Rechnungen · 7 Min. Lesezeit
GiroCode auf der Rechnung: So bezahlen Kunden per Scan – richtig umgesetzt
Eine IBAN hat in Deutschland 22 Stellen, dazu kommen Empfänger, Betrag und Rechnungsnummer. Wer das von Hand in die Banking-App tippt, macht Fehler – und Sie warten auf Geld, das falsch zugeordnet oder gar nicht ankommt. Ein GiroCode auf der Rechnung löst das: Der Kunde scannt den QR-Code mit seiner Banking-App, und die Überweisung ist ausgefüllt.
Dieser Leitfaden erklärt, was in einem GiroCode steckt, welche Regeln der Standard vorgibt, was sich durch die Empfängerüberprüfung bei Überweisungen geändert hat und wie Sie einen Code erstellen, der zuverlässig funktioniert. Grundlage sind die EPC-Richtlinien EPC069-12 in Version 3.1 und die EU-Verordnung 2024/886. Stand: Oktober 2026.
Was ein GiroCode ist
Der GiroCode ist die in Deutschland verbreitete Bezeichnung für den EPC-QR-Code. Der European Payments Council hat dafür Richtlinien veröffentlicht (EPC069-12), die festlegen, wie die Daten einer SEPA-Überweisung in einem QR-Code abgelegt werden. Banking-Apps lesen diesen Code und füllen damit das Überweisungsformular aus. Ein GiroCode löst keine Zahlung aus; der Kunde prüft die Daten und gibt die Überweisung wie gewohnt frei.
Der EPC beschreibt den Code ausdrücklich für Fälle wie Rechnungen, auf denen dieselben Zahlungsdaten zusätzlich im Klartext stehen. So kann der Zahler vergleichen, ob der Code dem entspricht, was auf dem Papier steht. Ein GiroCode ersetzt also nicht die Bankverbindung auf der Rechnung, sondern ergänzt sie.
Was im Code steht
Der Inhalt ist einfacher Text in festen Zeilen: eine Kennung („BCD“), die Version, der Zeichensatz, die Kennung „SCT“ für SEPA Credit Transfer, die BIC, der Name des Empfängers (bis 70 Zeichen), die IBAN, optional der Betrag in Euro (von 0,01 bis 999.999.999,99), optional ein vierstelliger Zweckcode und der Verwendungszweck – entweder als strukturierte Referenz (bis 35 Zeichen) oder als freier Text (bis 140 Zeichen). Eine letzte Zeile kann einen Hinweis an den Zahler enthalten.
In Version 002 ist die BIC optional, solange beide Banken im Europäischen Wirtschaftsraum sitzen; bei Teilnehmern aus Ländern außerhalb des EWR bleibt sie Pflicht. Die Richtlinien sehen die Fehlerkorrekturstufe M vor und begrenzen den Inhalt auf 331 Byte.
- Pflicht: Empfängername (max. 70 Zeichen) und IBAN
- Optional: BIC (innerhalb des EWR), Betrag, Zweckcode
- Verwendungszweck: Referenz (35) oder Freitext (140 Zeichen)
- Fehlerkorrektur M, höchstens 331 Byte
Empfängerüberprüfung: Der Name muss stimmen
Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Zahlungsdienstleister in den Euro-Staaten nach der EU-Verordnung 2024/886 bei Überweisungen eine Empfängerüberprüfung anbieten, international als Verification of Payee (VoP) bekannt. Bevor der Zahler eine Überweisung freigibt, gleicht seine Bank IBAN und Empfängernamen mit der Bank des Empfängers ab. Passen sie nicht zusammen, wird der Zahler gewarnt, dass das Geld bei einem anderen Kontoinhaber landen könnte. Bei einer fast passenden Schreibweise zeigt ihm die Bank den tatsächlichen Namen an.
Freigeben kann der Zahler die Überweisung trotzdem. Eine Warnung schreckt aber ab und führt zu Rückfragen oder Verzögerungen. Tragen Sie im GiroCode deshalb den Namen genau so ein, wie er bei Ihrer Bank für das Konto hinterlegt ist – bei Firmen also die vollständige rechtliche Bezeichnung wie „Muster GmbH“, nicht den Markennamen; bei Einzelunternehmern meist den eigenen Vor- und Nachnamen.
GiroCode erstellen und auf die Rechnung bringen
Im GiroCode Generator von Toolula ist der Modus „SEPA / GiroCode“ bereits gewählt. Sie füllen „Empfänger“, „IBAN“, „BIC (optional)“, „Betrag (EUR, optional)“, „Verwendungszweck“ und „Zweckcode (optional)“ aus. Die IBAN wird beim Tippen über ihre Prüfsumme geprüft; ist sie ungültig, erscheint der Hinweis „Diese IBAN scheint ungültig zu sein — bitte prüfen.“ In den Verwendungszweck gehört die Rechnungsnummer, damit Sie den Zahlungseingang zuordnen können. Den Zweckcode lassen die meisten Rechnungssteller leer.
Laden Sie den Code als PNG, als SVG für den Druck in jeder Größe oder als WebP herunter. Halten Sie ihn schlicht: dunkler Code auf hellem Grund, kein Logo in der Mitte. Mit Logo erzwingt der Generator die höchste Fehlerkorrekturstufe H, die Richtlinien sehen aber M vor. Achten Sie auf den Kontrasthinweis des Generators.
Schreiben Sie Ihre Rechnungen ohnehin mit dem Rechnungsgenerator von Toolula, geht es noch schneller: Unter „Zahlungsdaten“ tragen Sie IBAN und „Kontoinhaber / Zahlungsempfänger (rechtlicher Name)“ ein und aktivieren „EPC GiroCode (SEPA-Zahlungs-QR)“. Der Code erscheint mit dem Rechnungsbetrag und der Beschriftung „Zum Bezahlen scannen“ auf dem Dokument; ohne Kontoinhaber erzeugt das Werkzeug bewusst keinen Code.
Testen und Missbrauch vorbeugen
Scannen Sie jeden neuen Code einmal mit Ihrer eigenen Banking-App, bevor er auf hunderte Rechnungen gedruckt wird, und brechen Sie die Überweisung danach ab. Prüfen Sie dabei Name, IBAN, Betrag und Verwendungszweck. Alternativ zeigt der QR-Scanner von Toolula den Inhalt eines Zahlungscodes direkt an.
QR-Codes auf Rechnungen sind auch ein Ziel für Betrüger, etwa wenn gefälschte Rechnungen mit eigener IBAN verschickt werden. Für Ihre Kunden ist die Empfängerüberprüfung hier ein wichtiger Schutz. Bitten Sie Kunden bei einer Änderung Ihrer Bankverbindung, diese auf einem zweiten Weg zu bestätigen, und vergleichen Sie bei eingehenden Rechnungen selbst den QR-Code mit dem Klartext.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein GiroCode dasselbe wie eine E-Rechnung?
Nein. Ein GiroCode füllt nur eine Überweisung vor. Eine E-Rechnung wie XRechnung oder ZUGFeRD enthält die ganze Rechnung als strukturierte Daten. Ein GiroCode kann auf beiden Arten von Rechnungen stehen.
Muss ich die BIC angeben?
In der aktuellen Version 002 nicht, solange Zahler und Empfänger Banken im Europäischen Wirtschaftsraum nutzen. Bei Banken aus Ländern außerhalb des EWR bleibt die BIC Pflicht.
Warum warnt die Banking-App meines Kunden vor dem Empfänger?
Vermutlich passt der Name im Code nicht zu dem bei Ihrer Bank hinterlegten Kontoinhaber. Seit Oktober 2025 gleichen Banken im Euroraum Name und IBAN vor jeder Überweisung ab. Tragen Sie den rechtlichen Namen exakt so ein, wie er bei der Bank geführt wird.
Kann ich den Betrag weglassen?
Ja, der Betrag ist optional. Bei Spenden oder Teilzahlungen lassen Sie ihn leer, dann gibt der Zahler ihn selbst ein. Auf einer Rechnung mit festem Betrag sollten Sie ihn angeben.
Werden meine Bankdaten hochgeladen?
Nein. Der Code wird im Browser auf Ihrem Gerät erzeugt; IBAN und Empfänger werden nicht übertragen.
